TV Neftenbach
 

19.05.12   
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Turnfahrt 2003 - 20./21.09.2003
Bericht der Turnfahrt

Jeder weiss, dass die Turnfahrt mit der Vorbereitung bereits Tage vor der eigentlichen Be-sammlung beginnt. Und da es für mich die erste Turnfahrt mit dem TV Neftenbach war, war ich nicht unglücklich, dass mich ein Ehrenmitglied am Händchen nahm, als es um den Einkauf ging und brachte mir sogar das obligate Weinglas vom Herbstfest mit. Schlussendlich schickte er mir noch ein paar Packungs-Tipps nach Hause.

Nun gut, so besammelten wir uns am Samstag Morgen pünktlich um 06.50 Uhr und bestiegen gutgelaunt das Postauto nach Winterthur. Obschon sich 28 Turner anmeldeten, fehlten den-noch altbekannte Gesichter. Nun ja, nicht alle konnten sich zu Hause erfolgreich durchsetzen oder mussten gar das Militär als Ausrede vorschieben. Da sieht man wieder, dass Oberst-kenntnisse und ein Fahrausweis für den Panzer Leopard auch im Zeitalter der Armee XXI nicht ausreichen. Beim durchzählen der Meute, stellte dann unser Organisator und Führer, Peter Meili, allerdings mit Schrecken fest, dass ein „Hünikemer“ fehlte.

Wer weiss wen oder was Mike Vontobel geritten hat, als er am Vorabend seine Wanderschuhe nach draussen stellte. Als er diese dann am Morgen anziehen wollte, da passierte das Un-fassbare: tatsächlich soll sich eine Wespe in seinen stinkenden Schuhen eingenistet haben und stach dem armen Mike in den Fuss. So ein Pech aber auch, musste sich da wohl seine noch im Bett liegende Freundin gedacht haben und zog ihm als barmherzige Samariterin gleich den Stachel heraus. Ihre Diagnose: für die nächsten Stunden sei ihr Mike weder transport- noch marschfähig.

Da die S12 nach Zürich bereits mit anderen Ausflüglern besetzt war, mussten wir uns in den Gängen verteilen. Das wäre wohl ein Grund aber noch lange kein Hindernis für die Neftenba-cher Turner, bereits in dieser Herrgottsfrühe die ersten Weissweine und die entsprechenden Herbstfest-Gläser und Zinnbecher hervorzuholen. Fast alle stiessen ein erstes Mal auf die Kameradschaft an. Aber eben nur fast alle; dass unser Cola-trinkende Vizeoberturner sein Glas beim Ausschank nicht zuforderst hatte, leuchtet allen ein. Doch da war noch jemand, der völlig entnervt seinen Rucksack durchwühlte. Auch wenn ich jetzt diese Person nicht nennen würde, so wissen es doch schon alle, dass es sich dabei um den Importturner aus dem östlichen Nachbarkanton handelte. Dass er dann aber doch nicht abseits stehen musste, ist unserem Webmaster Livio zu verdanken. An dieser Stelle Livio nochmals herzlichen Dank für das zweite Glas.

Nun ja, im Zug Richtung Luzern machte dann eine andere Person auf sich aufmerksam. Ein Nachkomme von Pythagoras als Kondukteur verkleidet liess uns an alte Folgen von Teleboy und versteckte Kamera erinnern, als er versuchte, die Turner mit Halbtax-Abo von jenen ohne Abo zu unterscheiden. Und nach einer kurzen Postautofahrt kamen wir dann auch in Sören-berg im Entlebuch an.
Bevor wir dann die strenge Wanderung Richtung Rossweid in Angriff nahmen, nahmen wir auf der sonnigen Terrasse die erste kleine feste Zwischenverpflegung zu uns. Und so bestellte uns Peter Meili 26 Krüge mit Bier und einen mit Cola. Danach ging es also los. Ein paar junge Hechte wollten auch gleich ihre Ambitionen für die nächstjährige 400 m-Staffel anmelden. Deshalb zeigte auch ich keine Blösse und wollte gleich zur Spitze aufschliessen, als mir eine weise Bassstimme riet: „Nöd driischüsse.“ Natürlich schenkte ich meinem Turnerkollegen mit dem lockigem Haar glauben und liess mich in die Oldie-Gruppe zurückfallen. Dass ich gut getan habe, dem Rat von Hümbi Folge zu leisten, merkte ich kurze Zeit später, als die Gruppe einen Marschhalt einlegte und Peter eine Flasche vom feinsten australischen Chardonnay hervorzauberte. Aaahh war das ein Genuss. Merklich gestärkt zog die Oldie-Gruppe danach dem Gipfel entgegen. Unterdessen vergnügte sich bereits eine Horde halbnackter Männer oben beim Bergrestaurant auf dem Kinderspielplatz. Obwohl es viele (glücklicherweise) nicht miterlebt haben, so entgingen der Linse unserer Webmaster die tierisch primitiven Einlagen einiger Turner an der Kinderseilbahn nicht.

Nach dem Zusammenschluss beider Gruppen und ein paar Gehminuten später suchten sich alle unterhalb des Gipfels ein lauschiges Plätzchen, um den wohlverdienten Lunch zu sich zu nehmen. Auch hier gäbe es noch eine Episode von einem auf mysteriöse verschwundenen Salsiz zu erzählen – gell Adi -, doch diese würde den Bericht nur unnötig in die Länge ziehen.
Frisch verpflegt und mit Sonnenstrahlen und Wein vollgetankt zog die Schar in weissem Ge-wand munter Richtung Emmental. Lange waren wir fernab jeglicher Zivilisation als plötzlich ein Gasthaus in Reichweite lag. Doch unser Führer zog einfach daran vorbei mit den Worten: „vertraut mir.“ Dabei war da gerade ein kleines Älplerfest im Gange. Unter anderen versuchten sich einige Einheimische beim 21 kg-Steinstossen. Als dann der eine die 5-Meter-Grenze knackte, tobten die Zuschauer. Klar wären da unsere Mitglieder des Werfergrüplis kaum gefordert gewesen. Fritzli hätte den Tagesrekord noch mit dem Rucksack auf dem Rücken um einige Meter verbessert, aber Peter war gnadenlos und meinte, dass wir einen Rückstand auf die Marschtabelle aufzuholen hätten.

Nun ja, wenig später begriffen wir alle Peters Eile, erwarteten uns doch seine Frau und sein Schwiegervater mit frisch gebackenem Zopf, äusserst delikatem und frisch gehobeltem Alp-käse sowie vielen, vielen Flaschen Weisswein. Währenddem sich die meisten von den Gastgebern so richtig verwöhnen liessen, waren die vorangegangenen Strapazen für einige Jungturner doch etwas zuviel. Sie liessen sich im duftenden Gras zu einem Nickerchen hinreissen, versteckten aber unvernünftigerweise ihr Weinglas im hohen Gras. Die angenehmen Temperaturen und der steigende Alkoholgehalt führten zu manch angeregten Gesprächen. So auch unter Veteranen, welche über das von einem aufgrund seines Dialektes gemobbten Zeitgenossen mitgeführte Bajonett 41 aus dem Kriegsbestand der CH-Armee fachsimpelten.

Leider verging die Zeit viel zu schnell und wir mussten noch die letzten Tageskilometer unter die Füsse nehmen. Der Weg führte vorbei an einer jungfräulichen Geissenherde hinunter nach Kemmeriboden, wo uns Pferd und Wagen erwarteten. Diese kutschierten uns einmal im Trab und dann im Galopp zum Gasthof Rosegg in Bumbach, wo uns die Damen des DTV Ettiswil einen herzlichen Empfang boten.

Nach dem reichlichen Nachtessen versuchten sich die einen beim Würfeln, andere dislozierten in die hauseigene Bar und wieder andere versuchten ihr Glück beim Gesellschaftsspiel der Damen aus Ettiswil. Nach der anfänglich etwas trüben Stimmung in der Bar nahm dann unser OT den CD-Player unter seine Fittiche. Nach alter Big M-Manier brachte er dann die Stimmung endlich zum Kochen. Mitsingen, mitschunkeln und mittanzen war angesagt bis in alle Frühe.
Am nächsten Morgen erwarte die meisten ein reichhaltiges Buffett. Einzig Fuperman gönnte sich noch einen längeren Schönheitsschlaf.

Aber dann ging es auch schon bald weiter Richtung Marbach Egg. Die teils fast überhängenden Steigungen machten auch durchtrainierten Turnern Mühe. Auf dem Gipfel angekommen und nach einer Stärkung aus dem Rucksack liessen es sich einige Verwegene nicht nehmen, die Gokarts einem gehörigen Materialtest zu unterziehen. Die Herren von der Bergbahn haben wohl noch heute Alpträume, wenn sie sich an die Bilder der Rennen zwischen Fritzli und Moier erinnern. Da empfiehlt es sich, nochmals die Bilder anzuschauen. Das wahr echt die Gaudi aber auch absolut halsbrecherisch. Man kann es einfach nicht beschreiben, man muss es am eigenen Leib erlebt haben, wenn alle Gesetze der Schwerkraft gebrochen werden.

Aber aller Spass hat ein Ende und so nahmen wir den letzten Marsch hinunter nach Marbach in Angriff. Die Natur zeigte sich wieder einmal von seiner schönsten Seite und jegliche Aussicht war ein Augenschmaus. Obschon es dann eher einem Tal-Lauf als einem Marsch glich, kamen wir alle wohlbehalten und durstig bei der Talstation Marbach an.
Der Rest ist eigentlich schnell erzählt und auch nicht weiter spektakulär. Mit Bus, Bahn und Bus traten wir die Heimreise an. Kaum zu glauben, dass sich ein paar Unverbesserliche die letzten, mittlerweilen auf 20° Celsius erwärmten Weinrestanzen ohne mit der Wimper zu zu-cken einflössten.
Nun ja, wer dabei war der pflichtet mir sicher bei, dass dies eine super Turnfahrt war. Noch-mals vielen Dank an Peter Meili für die hervorragende Organisation des ganzen Wochenendes.

Neftenbach, 29. September 2003
Patrick Hubmann

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